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Historiographie
Der historische Name und die Beinamen.
Die Windmühle von Onze-Lieve-Vrouw-Lombeek behielt 600 Jahre
ihren ursprünglichen Namen. Im vergangenen Jahrhundert drängten
zwei Beinamen den ursprünglichen Namen in den Hintergrund.
Mit der jetzigen Restaurierung kommt auch der urspüngliche
Name wieder in Ehre.
Der historische Name: Hertboommolen
Der ursprüngliche Name der Mühle ist Hertboommolen. Dieser
Name weist auf das große Wiesenland hin, an das die Mühle
grenzt.
Im Grundbuch des Jahres 1391 - die älteste Eintragung der
Windmühle - kann man lesen: "1 bunre lant op hertboem
byden wintmolen". Bunre = ein Flächenmaß. "1
Bunre auf Hertboom bei der Windmühle".
Vielleicht deutet der Name auch auf die abgelegene Lage der Mühle
hin, in den offenen Feldern, an der Kreuzung von vier Wegen: Molenkauter
(früher Hertboom!), Windmolenstraat, Vossenbundstraat und die
heutige Hertboomstraat.
Auf der berühmten Karte der österreichischen Niederlande
von De Ferraris, von ca. 1775, sind Mühle, Mühlenhaus
und Stallungen mit der Angabe: 'Le Moulin Herdt Boom' deutlich eingezeichnet.
Der Beiname: Tragische Molen.
Anfang des 20. Jahrhunderts bekam die Mühle infolge einer
Anzahl tragischer Vorfälle diesen schauerlichen Beinamen.
Am Neujahrstag des Jahres 1745, im Hintergrund des österreichischen
Suksessionskrieges, überfallen spätere Mitglieder der
Jan De Lichte-Bande das Mühlenhaus. Der Müller Peeter
van Lierde wird ermordet. In Verbindung mit der legendären
Person von Jan De Lichte erinnert man sich über Generationen
hin an diesen Raubmord.
Im Kriegsjahr 1917 wurden bei einem zweiten Raubmord die Müllerin
und ein Mühlenknecht brutal ermordet. Seitdem spricht man im
Volksmund von der "Tragische Molen", ein Name den man
in der Mühlenliteratur und in den Mühleninventaren oft
wieder findet. Zum Zeichen der Trauer wurden die Sturmbretter an
den Mühlenflügeln schwarz gestrichen.
Der Beiname: Mühle des Kapitäns Zeppos oder "Zeppos-Molen"
Der Beiname: Mühle des Kapitäns Zeppos oder "Zeppos-Molen"
erinnert an angenehmere Zeiten. In den Sechziger Jahren wurden die
meisten Szenen des klassischen Jugendfortsetzungsfilms 'Kapitän
Zeppos' an der Mühle und in der Umgebung der Mühle aufgenommen.
Der Kapitän Zeppos, alter ego von Schauspieler Senne Rouffaer,
ist der intrigierende Bewohner des Mühlenhofs. Man ist daher
nicht erstaunt, daß die Berühmtheit der Fernsehserie
dazu beigetragen hat die Mühle bekannt zu machen. Den jüngeren
Generationen sagt der Name "Mühle des Kapitäns Zeppos"
nicht sehr viel.
Die Umgebung
Das Pajottenland
Land der im Viereck gebauten Bauernhöfe und der Mühlen.
Wassermühlen kann man noch in Mengen finden im Pajottenland.
Für die in Holz gebauten Windmühlen sieht es anders aus.
Vom Mittelalter bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts waren unzählige
Windmühlen wie Baken fester Bestand der Landschaft.
Die agrarische Vergangenheit des Pajottenlands
Pajottenland ist der Name für das Lehmgebiet von Flämisch-Brabant
im Südwesten von Brüssel, zwischen den Flüssen der
Zenne und der Dender. Das schöne und glühende Pajottenland
hat eine ausgesprochen agrarische Vergangenheit. Schon im frühen
Mittelalter begann man mit dem Abhorsten der Wälder um den
fruchtbaren Boden zu nutzen. Bis fast Mitte des 20. Jahrhunderts
blieb die Umgebung traditionelles Landbaugebiet.
Der Ackerbau und insbesondere der Getreideanbau dominieren. Ab dem
13. Jahrhundert erscheinen die ersten Getreidemühlen. Sie waren
ein nicht verfehlende Veränderung in der Landbauwirtschaft.
Nach einer dunklen Kriegszeit im 16. und 17. Jahrhundert blüht
der Landbau unter Maria-Theresia wieder auf. Die meisten Windmühlen
werden nach 1700 gebaut, meistens Holz-Standardmühlen mit offenem
Fuss wie die Windmühle von Lombeek. Die im Viereck gebauten
brabantischen Bauernhöfe und die Windmühlen sind typisch
in dieser Landschaft.
Unvermeidlicher Verfallprozess
Aber Ende des 19. Jahrhunders fällt der europäische Landbau
in eine tiefe Krise. Notgezwungen geht man, auch im Pajottenland,
wegen der scharfen Preissenkungen durch massive Korneinfuhr aus
Amerika und Rußland, auf die
Viehzucht über. Diese Umstellung beschleunigt noch den Verfall
der Windmühlen der mit dem Anfang der industriellen Revolution
begann. In der Mitte des 20. Jahrhunderts ist keine Windmühle
mehr noch echt in Betrieb.
Laut einiger Quellen gab es im Pajottenland in 1900 noch 70 Windmühlen,
andere sprechen dagegen von 40. Aber alle sind verschwunden. Im
Nachbarort Pamel fiel die verfallene Keirekensmolen in 1970 zusammen.
Im April 1972 verschwand der päpstliche Zuave der Einfachheit
halber vom Boden.
Die Hertboommolen ist nach ursprünglicher Geschichte eine
wirkliche copy-book-story der Windmühlen im Pajottenland. Nur
das Ende unterscheidet sich von den anderen: diese Mühle konnte
weiter mahlen.
Geschichte
700 Jahre Geschichte im Vogelflug
Ein Grundbuch in Pamel, aus dem Jahr 1391, liefert den ältesten
schriftlichen Beweis über das Bestehen einer Windmühle
auf dem heutigen Platz. Vielleicht gab es aber schon eine Mühle
Anfang des 14. Jahrhunderts. Mindestens vier Mal wurde eine Windmühle
wieder aufgebaut oder erneuert. Da jegliche Archivquelle fehlt,
bleibt die Entwicklung des Mühlenplatzes bis 1655 - und auch
danach - im Nebel.
Eine Bannmühle der Herren von Lombeek und der Herren von
Gaasbeek: 1300-1655
Der Lehnherr von Lombeek, Diederick van Walcourt, baute vermutlich
um 1300-1345 als erster eine Windmühle. Der windreiche Hügel,
in der Mitte der Felder war ein idealer Platz. 1381 kommt das Herrengut
Lombeek, und so auch die Windmühle, in den Besitz der Herren
von Gaasbeek.
Wahrscheinlich nannte man die Mühle eine Bannmühle weil
die Untertanen bestraft wurden falls sie ihr Korn, natürlich
gegen Zahlung, nicht in der Mühle des Lehnherrn mahlen ließen.
Der Müller pachtete die Mühle vom Lehnherrn. Eine Mühle
zu besitzen war ein feudales Privilegium, nur ein Lehnherr durfte
eine Mühle sein Eigentum nennen.
Als viel besuchter Wallfahrtsort kennt Onze-Lieve-Vrouw-Lombeek
im Mittelalter eine blühende Zeit. Das kleine Dorf hat vier
Mühlen, um der großen Anfrage auf Mahlkapazität
entsprechen zu können. Dabei befindet sich auch eine Pferdemühle.
Krisenperiode: 1655-1723
Nach einer Zeit des Verfalls und der Inaktivität ließ
der letzte Eigentümer von Gaasbeek, Alexander de Renesse, im
Jahr 1655 eine neue Mühle bauen. Um aber die enormen Schulden
seines leichtsinnigen Vaters zu bereinigen ist er im gleichen Jahr
gezwungen die Mühle an den Ritter Gabriël Le Febvre, Herr
von Tiercelet, zu verkaufen.
Wir wissen daß der neue Besitzer schon zwei Jahre später
eine neue Mühle bauen ließ, aber aus welchem Grund? Wurde
die Mühle inzwischen nochmals zerstört?
1689 erwirbt Jan Dors, Prozessbevollmächtigter des brabantischen
Rats den Mühlenkomplex. Nach den Adligen werden nun Patrizier
aus Brüssel Eigentümer der Mühle. Jan Dors hat nicht
viel Glück mit der Mühle, denn im Jahr 1690 brennen die
Truppen des französischen Königs Ludwig XIV die Mühle
und das Mühlenhaus nieder.
Andere Mühlen, viele Häuser und Höfe der Umgebung
unterliegen der gleichen Strafe wegen zu niedriger oder keiner adäquaten
Zahlung der Kriegssteuern.Familie Dors verklagt die örtlichen
Behörden und erhält 1716 nach jahrelangem Prozessieren
Schadenersatz.
Unterdessen liegt der Mühlenplatz verlassen da. Wie in der
Kaufakte fast buchstäblich aufgenommen, kauft der Patrizier
Egidius De Mesmaecker aus Brüssel im Jahr 1716 einen Jahre
alten Haufen Schutt. Der Bau einer neuen Mühle wird vorbereitet.
Die heutige Mühle stammt aus den Jahren 1723/1727 (und
nicht 1760?)
Eine genaue Jahreszahl ist schwer zu bestimmen aber wahrscheinlich
besteht die Mühle seit 1723 und ganz sicher seit 1727. Man
nimmt an, dass die rote Aufschrift auf einem Balken "P.V..
1727" auf Peter van Lierde hinweist, der in diesem Jahr Müller
wurde. Das Mühlenhaus wird 1723 fertiggestellt.
Allgemein wird nun angenommen daß diese Mühle von 1723/1727
die jetzige Mühle ist. Lange Zeit las man in der Literatur
1760 als Baujahr, basiert auf die Aufschrift "M.d.M. 1760"
auf dem Steinbalken. M.d.M. verweist auf Mühle des Meisters
de Man, der illustere Herr von Lennik der mehrere Mühlen bauen
ließ. Wie aber die Autoren Van Herreweghen, und kürzlich
Struyf andeuten, ist es anhand einer Aufschrift und einigen Brandspuren
voreilig daraus zu schließen, daß die Mühle 1760
vernichtet und neu aufgebaut wurde.
Ausserdem erwirbt Carolus de Man die Mühle erst zwölf
Jahre später. Weitere Recherchen können den Aufschluß
bringen. Fest steht jedoch daß die Windmühle, wie die
meisten Mühlen unserer Gegend, aus dem 18. Jahrhundert stammt
und nach langen Kriegsjahren mit dem Aufblühen der Wirtschaft
und dem Landbau goldenen Zeiten entgegen sah.
Eine gründliche Renovierung des Mühlenhauses in 1784
verlieh ihm das jetzige Aussehen. Ob die Mühle auch verändert
wurde bleibt eine offene Frage. Für die Aufschrift 1785 auf
dem Würfel an der Nordseite fand man keine endgültige
Erklärung.
Die Windmühle überlebt von 1800 bis 2000 !
Angaben über die Mühle aus dem 19. Jahrhundert sind spärlich.
1835 ist der Müller Jan-Baptiste Van De Velde auch das erste
Mal der Besitzer. Ab 1859 gehört die Mühle ein Jahrhundert
lang der Familie Walraevens. Sie bleibt bis 1940 in Betrieb und
verliert dann, wie andere Mühlen, ihre Konkurrenzfähigkeit
infolge der Industrialisierung, neuer Energiequellen und der veränderten
Landwirtschaft.
1944 nimmt die Königliche Kommission für Monumente und
Landschaften die Windmühle als Monument auf. Ab 1954 lassen
verschiedene Freiwillige unter der begeisterten Führung des
Müllers Henri Van Nuffel die Mühle im Frühling und
im Sommer drehen. Begeisterung, die doch einige Fragezeichen aufkommen
läßt, denn am 1. April 1972 wurde die familiale Mühle
mit Sicht auf Immobilienspekulation kaltblütig abgerissen um
dann zu verschwinden. Zum Glück restaurierten die Besitzer
Rooselaers und Heremans die Hertboommühle in 1954, 1970 und
1974.
Zum Schluß: die Hertboommolen bleibt aufrecht stehen.
1999 kauft Jozef Van Waeyenberge die Windmühle und das Mühlenhaus
bei einem öffentlichen Verkauf. Eine notwendige und gründliche
aber nicht alltägliche Renovierung wird durchgeführt damit
die Mühle wieder mahlen kann und damit dieses wertvolle Erbgut
für die Öffentlichkeit erhalten und sichtbar bleibt.
das Dorf
Onze-Lieve-Vrouw-Lombeek
Die Windmühle ist nicht das einzige bemerkenswerte Gebäude
in Onze-Lieve-Vrouw-Lombeek. Dieses ländliche Dorf hat sage
und schreibe eine reiche Vergangenheit als Wallfahrtsort.
Lombeek bleibt auch mit dem Namen Frans Van Cauwelaert verbunden.
Die wunderschöne Landschaft von der das Dorf umgeben ist darf
auch nicht vergessen werden.
Geschichte
Im 19. Jahrhundert findet man Überbleibsel aus der römischen
Zeit; Onze-Lieve-Vrouw-Lombeek liegt nur zwei Kilometer entfernt
von der Heerstrasse Asse-Bagacum, ein wichtiger Verbindungsweg im
römischen Belgien zur Zeit des ehemaligen Kaiserreichs. Über
Ursprung und frühere Geschichte ist nur wenig bekannt.
Diese Niederlassung - an der Lombeek, wovon der Name auf die Lombarden
des römischen Reichs hinweist - enstand sicher vor 1112, denn
in diesem Jahr war die Abtei von Nijvel bereits mit der Bedienung
der Kirche beauftragt.
Mitte des 13. Jahrhunderts machte Nicolas, Bischoff von Kamerrijk,
von der Kirche eine selbstständige Pfarrei, gelöst von
der ehemaligen Hauptpfarrei Onze-Lieve-Vrouw-Lennik, heute Sint-Kwintens-Lennik.
Diese Unabhängikeit entstand dadurch, dass die Kirche ein berühmter
und viel besuchter Wallfahrtsort geworden war. Der Gebrauch der
niederländischen Sprache (flämisch) wird ab 1322 dokumentiert.
Rund 1300 gehört das Dorf den Walcourts, Herren von Aa und
den Herren von Lombeek, um in 1381 in den Besitz der Herren von
Gaasbeek überzugehen. 1768 wird das Herrengut zum Baronsgut
ernannt, während, nebenbei gesagt, Hieronimus Benedictus Vonck
bis 1808 Pastor ist. Er war der Bruder des berühmten Vonck
des brabantischen Aufstands gegen die österreichische Beherrschung.
1964 kommt es zur Fusion von Onze-Lieve-Vrouw-Lombeek, Strijtem
und Pamel zur neuen Gemeinde Roosdaal. 1977 kommt Borchtlombeek
auch noch dazu.
Onze-Lieve-Vrouw-Kirche
Der Bau der heutigen frühgotischen Kirche von Onze-Lieve-Vrouw-Lombeek
begann rund 1265. Der Chor stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Fertigstellung
der Kirche und Aufstellung der Türme erfolgte 1315 mit dem
Segen des Bischoffs Guy und dem Einschreiten von Sire Jean de Lombeke,
Bauherr des Schlosses Rokkenborch.
Trotzdem das Dorf klein ist, ist die Kirche monumental und reich
an prächtigen Kunstwerken. Dies zeugt von dem Wohlstand den
die Wallfahrer nach Lombeek brachten. Eines der Prunkstücke
ist ein wunderbares Mariabild aus dem 15. Jahrhundert auf dem Hochaltar.
Das Meisterwerk der Brüsseler Holzschnitzkunst von Anfang des
16. Jahrhunderts wovon eine Kopie sich im nationalen Kunstpatrimonum
befindet, wo viele noch nicht studierte Kircharchieve aufbewahrt
liegen, zeigt in neun Tafeln das Leben der Mutter Maria. Teile hiervon
wurden oft entwendet, weshalb man die Kirche jetzt nur noch auf
vorherige Absprache besuchen kann.
Von den anderen Kunstwerken melden wir die Grisailles, die Vertäfelungen,
die Beichtstühle, die Kalvairenbilder und ein sehr expressiver
Christus auf dem Kalten Stein. Auf der Rokkokoempore steht eine
Goynaut Barokkorgel und die Kanzel darunter zeigt eine Bildergruppe
der Bekehrung des Heiligen Hubertus. Ausserhalb der Kirche findet
man eine ungewöhnliche Verzierung durch groteske Figurenköpfe.
Andere Bauten
Mitten im Dorf liegt das Schloß Rokkenborch, mit einem Donjon
mittelalterlichen Ursprungs als Wohnturm (1336) der derzeit einer
Verteidigungslinie angehörte. Den Namen Rokkenborch findet
man in den Besitzübertragungen in 1412 wieder.
Die Gebäude, die urspünglich Residenz der Herren von
Lombeek waren, bekamen im Laufe der Zeit viele Bestimmungen und
wurden unter anderem als Wohnturm, Residenz, Baronhaus, Vogtei,
Gerichtshof, Hofverwaltung und Schule benutzt. Vergrößerungen
rund 1700 ergaben unter anderem ein schön gebliebenes Nebengebäude
im flämischen Renaissancestyl.
Nach zeitweiligem Leerstand im 19. Jahrhundert wurden Renovierungsarbeiten
und später Verschönerungen unternommen. Man setzte Fenster
aus dem 13. Jahrhundert ein, die man im Schloß von Thy-le-Château
rekuperierte. Die große Buchenallee wurde 1870 angepflanzt.
Schloß Rokkenborch ist für das Publikum nicht zugängig,
kann also nicht besichtigt werden.
Gegenüber der Kirche befindet sich der ehemalige Pferdewechsel,
das heutige Restaurant De Kroon. Dieses Gebäude wurde 1760
errichtet. Mehrere andere Gebäude aus den vergangenen Jahrhunderten
sind über das Dorf verteilt.
Frans van Cauwelaert
Onze-Lieve-Vrouw-Lombeek ist der Geburtsort von Frans und August
Van Cauwelaert, Berühmtheiten der flämischen Bewegung.
Ihre Eltern waren wohlhabende Bauern, Verwalter eines Pachthofs
am Ufer der Lombeek nicht weit vom Dorfplatz. August Van Cauwelaert
(1885-1945) wurde Magistrat, Schriftsteller und Dichter und Frans
Van Cauwelaert (1880-1961) wählte andere Wege. Kammermitglied
ab 1910, Bürgermeister von Antwerpen und mehrfach Minister
wurde er einer der wichtigsten flämischen Politiker der Vorkriegsgeschichte.
Nationaler Kongress Léon Degrelle
Am 10. Juli 1938 fand in Onze-Lieve-Vrouw-Lombeek der nationale
Rex-Kongreß statt. Eine Massenmanifestation von Rechtsextremen
mit, laut der Organisatoren, bis zu 60.000 Teilnehmern, angeführt
und aufgemuntert durch Léon Degrelle, der tausende führende
und symphatisierende Rechtsextreme aus Wallonien und Flandern mit
sich zog. Viele Einwohner von Lombeek werden diese Seite ihrer Geschichte
schnell umgedrehen.
Zeitplan
1300-1350
Vielleicht baute Diederik van Walcourt, Herr von Aa und Lombeek
als erster eine Windmühle auf den Hügel am Hertboomveld.
1380
Zusammen mit dem Herrengut von Lombeek kommt die Windmühle
in den Besitz der Herren von Gaasbeek.
1655
Der letzte Besitzer Gaasbeeks, Alexander De Renesse, verkauft eine
neu errichtete Mühle um die Schulden seiner leichtsinnigen Vaters
einzulösen. Aus nicht deutlichen Gründen baut der neue
Eigentümer, Ritter Gabriël Le Febvre 1657 eine neue Mühlel.
1689
Jan Dors, Brüsseler Prozeßbevollmächtigter, erwirbt
die Mühle. Nach den Adligen werden nun Brüsseler Patrizier
Mühlenbesitzer.
1690
Truppen des französischen Königs Ludwig XIV brennen Mühle
und Mühlenhaus ab. Andere Mühlen und viele Häuser
und Höfe der Umgebung unterliegen der gleichen Strafe wegen
nicht korrekter Zahlung der Kriegssteuern.
1723-1732
Ursprung der heutigen Mühle und des Mühlenhauses. Nach
30 Jahren in Schutt baut der Eigentümer Egidus De Mesmaeker,
ein Patrizier aus Brüssel, eine neue Mühle und ein neues
Mühlenhaus. Die Mühle wird wahrscheinlich 1723 aber ganz
sicher 1727 fertiggestellt.
1745
Raubmord durch spätere Mitglieder der Bande von Jan De Lichte.
Der Müller Peeter Van Lierde wird niedergestochen. In Verbindung
mit der Jan De Lichte-Bande wird die grausame Tat über Generationen
erzählt.
1760
Vernichtung der Mühle und Wiederaufbau mit alten Resten? Die
Balken-Aufschrift 'M.d.M. 1760' ist kein richtiger Beweis dafür.
1727 ist mit mehr Sicherheit das Geburtsjahr.
1775
Auf der berühmten De Ferraris Karte der österreichischen
Niederlande findet man Windmühle, Mühlenhaus und Ställe.
Wie in anderen Archievaufzeichnungen 'le moulin Herdt Boom' genannt.
1784
Gründliche Renovierung des 1723-1732 gebauten Mühlehauses
gibt ihm das heutige Aussehen.
1835
Jan-Baptiste Van De Velde ist der erste Müller und gleichzeitig
Besitzer der Mühle. Die Pachtzeit ist vorbei. Ab 1859 gehört
die Mühle ein Jahrhundert der Familie Walraevens.
1917
Erster Weltkrieg und wieder ein blutiger Raubmord im Mühlenhaus.
Zwei Bewohnern wird die Kehle durchgeschnitten. Danach nennt man
die Mühle "tragische Molen".
1850-1930
Mit der industriellen Revolution drängen neue Maschinen und
Industriequellen die Windmühlen vom Markt. Eine Mühle
nach der anderen stoppt das Mahlen, verfällt und verschwindet.
1944
Die Windmühle kommt unter Denkmalschutz. Der Schutz und die
späteren Restaurierungsarbeiten retten den Windriesen vor dem
Untergang.
1964-1965
Der ein Klassiker gewordene Fernsehfilm Kapitän Zeppos wurde
im nahen Umkreis der Mühle aufgenommen. Die Mühle wird
die 'Zeppos-Mühle'.
1999
Jozef Van Waeyenberge kauft die Windmühle.
2000
Gründliche Studie und Erstellung von Ausschreibungsbedingungen
durch Architekten und Ingenieure. Inspektion und Inventaraufstellung
durch die Monumentenwacht und Überlegungen mit dem Amt für
Monumente und Landschaften. Administrative Bearbeitung der Restaurierungsakte.
2001-2002
Nachstudie, verwaltungstechnische Abwicklung der eigentlichen Restaurierungsakte.
Transport der Mühlenteile zur Mühlenbauwerkstatt Roland
Wieme zur Reparatur von noch brauchbaren Teilen, Herstellung von
neuen Teilen, Errichtung der Fundamente. Erstellung der Website
www.windmolen.be und Installation von Webkameras mit direktem Zugang
zu den Arbeiten via Internet und Realisierung eines Bildinventars
des Wiederaufbaus. Fertigstellung der äusseren Umgebung.
1 Dezember 2002
Festliche Einweihung der WINDMÜHLE "HERTBOOM" von
ONZE-LIEVE-VROUW-LOMBEEK.
Literatur und Hinweise
Für Alle die mehr über die Windmühle von Onze-Lieve-Vrouw-Lombeek
erfahren möchten gibt es:
- Jan STRUYF, Recherchen über den Mühlenkomplex von Onze-Lieve-Vrouw-Lombeek
auf Basis von Archiven, Bibliographien, Grundbüchern: Erkundigungen.
Heverlee, 1999. Diese nicht veröffentlichete Arbeit ist die
ausgebreiteste und vollkommenste Studie über die Baugeschichte
der Mühle, mit ausführlicher Literaturliste.
- Gerard Van Herreweghen, De tragische Molen van Lombeek. Davidsfonds
Roosdaal; Sonderausgabe DF-Klokje, 1982. Der Auteur beschreibt den
historischen Kontext des Raubmords von 1745 durch die Mitglieder
der Bande von Jan De Lichte. Eine zusammenfassende Übersicht
der Mühlengeschichte geht voraus.
- J.F. Vincx, De molens van 't Pajottenland, Merchtem 1931; zwar
älter aber interessant wegen der "Momentaufnahme"
von vielen inzwischen verschwundenen Windmühlen im Pajottenland.
Die Artikelserie erschien ursprünglich in Eigen Schoon &
De Brabander, Jahrgang 13 und 14.
- Verschiedene Artikel in 'Levende Molens' und 'Molenecho's', Zeitschriften
der flämischen Mühlenvereinigung.
Mehr allgemeine Informationen über Wasser- und Windmühlen
findet man in:
- Paul Bauters Van zadelsteen tot windkruier. 2000 jaren molens
in Vlaanderen, Gent, 1998-2000, 2. Ausgabe, Standardwerk über
Geschichte und Technik der Mühlen unserer Gegend.
Flandern hat verschiedene Mühlenvereinigungen:
- Centrum voor Molinologie en het Molenmuseum
Kerkstraat 3
B-2890 Sint-Amands
België
- Molenzorg vzw
Bruggestraat 74
B-8830 Hooglede
België
Tel.: 051/20.37.78
(www.molenechos.org)
- Levende Molens vzw
Grootveldstraat 12
B-1652 Alsemberg
België
Tel.: 02/380.24.09
(http://users.tijd.com/~tdn22793)
Die Architekten und Ingenieures:
Ro Berteloot, architect-moulinoloog
Architectenburo Ro Berteloot B.V.B.A
Kasteellaan 89
B-9000 GENT
België
Tel 09.233.16.81
E-mail: arch.berteloot@tijd.com
Sabine Okkerse, Ir.-architect-moulinoloog
Architectenburo Ro Berteloot B.V.B.A
Kasteellaan 89
B-9000 GENT
België
Tel 09.233.16.81
E-mail: arch.berteloot@tijd.com
Mr. Dirk Goossenaerts
Algemeen Directeur
Styfhals Ingenieursbureau
Hansenslaan 7
B-1800 Vilvoorde
België
Tel +3222559900
Fax +3222559955
E-mail: styfhals@pophost.eunet.be
Mr. Paul Styfhals
Styfhals & Partners
Hansenslaan 7
B-1800 Vilvoorde
België
Tel +3222559900
Fax +3222559955
E-mail: styfhals@pophost.eunet.be
Restaurierungsunernehmen:
Roland Wieme PVBA
Leihoekstraat 71 B
B-9870 Machelen-Zulte
België
Tel + 32 9 380 84 60
Fax + 32 9 380 44 14
Molenbouw de Jongh
De Witstraat 19
NL 5503 Veldhoven
Tel +31 40 253 27 68
Oberes Amt:
Monumenten en Landschappen
Ministerie van de Vlaamse Gemeenschap
Koning Albert II-laan 20 bus 7
B - 1000 Brussel
België
Tel +32 2 553 82 11
Fax +32 2 553 82 05
E-mail: nowa.vlaanderen@skynet.be
Website: www.monument.vlaanderen.be
Monumentenwacht Vlaams-Brabant
Mechelsevest 108
B - 3000 Leuven
België
Tel +32 16 22 02 01
Fax +32 16 22 68 78
E-mail: aml@lin.vlaanderen.be
Website: www.monument.vlaanderen.be
Provincie Vlaams-Brabant
Diestsesteenweg 47
B - 3010 Leuven
België
Tel +32 16 26 70 70
Fax +32 16 26 70 71
Gemeentebestuur van Roosdaal
Brusselstrat 15
B - 1760 Roosdaal - België
Tel +32 54 32 61 61
Fax +32 54 32 90 20
E-mail: info@roosdaal.vera.be
Versicherungen:
KBC Verzekeringen
Van Cauteren NV
Ninoofsesteenweg 121
B - 1700 Dilbeek
België
Tel +32 2 569 63 74
Fax +32 2 569 73 12
E-mail: Eric.Van.Cauteren@abb.be
Bauherr:
Cofic N.V.
Molenkauter 9
B - 1760 Roosdaal
België
Tel +32 54 51 87 07
Fax +32 54 51 87 17
E-mail: cofic.nv@telenet.be
Website: www.windmolen.be
Molens Willy Vandenschrieck
Barakkenberg 14
1540 Herfelingen
TEL 02 396 10 53
FAX 02 396 03 37
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